Glossar


Schrittlexikon – Bewegungslehre im Line Dance als Glossar von (c) Georg Kiesewetter (Lehrwart Landesverband BCWTV)


Step Sheet ist im Modern Line Dance die Schrittbeschreibung für einen choreografierten Tanz zu einem bestimmten Song und enthält in der Regel zusätzlich folgende Angaben:

  • Name der Choreografie
  • Name des Choreografen
  • Count-Anzahl
  • Wall-Anzahl
  • Musiktitel und Interpret
  • Schwierigkeitsgrad (Level)


Tag – Restart – Brücke – ABC-Sequenzen – Fachbegriffe für Phrasierungsbesonderheiten, Choreografieunterbrechungen


Fußpositionen im Line Dance werden in dieser PDF-Datei beschrieben.


Dancefloor-Etikette sind allgemeine, für die Tanzfläche bestimmte „Benimm-Regeln“.


Kurs-Etikette ist eher ein Wunsch der Trainer an die Teilnehmer eines Kurses oder Vereinsmitglieder.


LEVEL

Unter „Level“ ist im Line Dance allgemein der Schwierigkeits-/Anforderungsgrad hinsichtlich der Choreografie (Tanzfiguren und Bewegungsabläufe…) gemeint. Es ist schwierig, hier eine allgemein verbindliche Regelung zu erklären.  
Unterschiedliche Choreografen, Verbände, Vereine, publizierende Organe etc. divergieren. Im Freizeit-/Breitensport und Turniersport werden teilweise auch unterschiedliche Begrifflichkeiten verwendet. Außerdem existieren auch noch deutschsprachige Begriffssysteme (Einsteiger, Anfänger, Fortgeschrittene…).
Es gibt keine allgemein universal verbindliche Festlegung. Meinem Verständnis nach, erkläre ich die Levels im Freizeit- und Breitensportbereich wie nachfolgend:

Beginner – Einsteiger und Anfänger
Choreografien von 16 bis etwa 32 Counts. Leichtere Figuren.
Bis 1 Jahr Tanzerfahrung.

Improver – Anfänger bis leicht Fortgeschritte
Leichter bis mittlerer Schwierigkeitsgrad.
1-2 Jahre Tanzerfahrung.

Intermediate – Fortgeschrittene
Für fortgeschrittene Tänzer(innen) mit anspruchsvolleren Choreografien bis 64 und mehr Counts. 
2-3 Jahre Tanzerfahrung. 

Advanced – Fortgeschrittene mit höherer Anforderung
Für sehr fortgeschrittene und ambitionierte Tänzer(innen). 
Eher mindestens 3 Jahre Tanzerfahrung


MOTION – CHOREOGRAFIE – TANZ

Motion“ im Line Dance ist eine Gruppeneinteilung von Tänzen ähnlicher Charakteristik. Im Wesentlichen ist es nur ein Ordnungskriterium und hat sonst keine Bedeutung für die Ausgestaltung einer tänzerischen Darbietung. 

Choreografie“ nennt man die Abfolge von Bewegungsabläufen, Stellung und Haltung der Tänzer/innen, welche meist in einer Tanzschrift aus Buchstaben oder speziellen Zeichen festgelegt wird. Diese sind an Tänze gekoppelt, die wiederum Gemeinsamkeiten (Motion) haben. 

Tanz“ ist nicht nur die in einer Choreografie Abfolge von enthaltenen Schritten, sondern auch die Art der Körperbewegung und der Ausdruck von Gefühlen. 

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der allgemein bekannten MOTION-Hauptgruppen. 

LILT
Tänze: z. B. Polka, East Coast Swing, Samba (auch Motion Cuban).
Hier wird „gebounced“. Der Körper wird auf und ab bewegt. Dies geschieht überwiegend durch Einsatz der Sprunggelenke und der Knie.
Fersen werden gehoben und gesenkt, die Knie gestreckt und gebeugt. „Lilt“ wird teilweise auch „Pulse“ (UCWDC) genannt.

RISE & FALL
Tänze: Walzer (eher langsamer Walzer).
Charakteristisch ist die kontinuierliche Auf- und Abbewegung, ähnlich einer Wellenbewegung. Hinzu kommt ein sogenanntes „Swing & Sway“ (schwingen und neigen), seitliche und diagonale Bewegungen. Im Gegensatz zur Motion Lilt geht es im R & F um dynamisches Heben (rise) durch Kippen aufgrund von Neigung und Schwung (sway). In Lilt wird einfach aus den Beinen „hochgedrückt“ und abgesenkt.

SMOOTH
Tänze: z. B. Two Step, Night Club Two Step, West Coast Swing.
In dieser Motion sind die Bewegungen sehr gleichmäßig und linear. Der Körper bleibt weitgehend auf einer Höhe.
Es gibt keine ausgeprägte Auf- und Abbewegung des Körpers wie in den Motions Lilt und Rise & Fall. 

CUBAN
Tänze: z. B. Cha Cha, Rumba, Mambo.
Hier werden Tänze lateinamerikanischer Herkunft zusammengefasst. Tänze in Cuban werden meistens „smooth“ ohne Auf- und Abbewegung getanzt, also flach in einer Körperhöhe. Häufig bewegen sich Oberkörper und Hüfte in entgegengesetzte Richtungen.

Die beiden nachfolgenden MOTIONS sind musikalisch nicht so eindeutig!

FUNKY
Tanzrichtungen: z. B. Hip Hop, Breakdance.
Keine eindeutige Stilrichtung. Hier trifft Musik wie House, Funk, Techno und manch andere auf Bewegungsformen und Elemente aus modernen Tanzrichtungen wie Jazz Dance, Modern Dance, Street Dance und viele mehr.

NOVELTY
Eigentlich keine echte Motion, offen für alle Tänze und Bewegungsarten.
Beispielsweise auch in Choreografien zu finden, die musikalisch bedingt verschiedene Motions beinhalten. 
Novelty-Tänze sind eher Exoten: Show, Stage, Spaßtänze, Gaudi …

Grafik Motion Modern Line Dance (c) Gerhard Fuerst
Grafische Darstellung der Motions im Modern Line Dance © Gerhard Fürst